Stift Klosterneuburg unterstützt die Erhaltung des jüdischen Friedhofes

"Es ist unsere Pflicht, die Erinnerung an die jüdische Gemeinde in Klosterneuburg zu erhalten", meinte Generalabt Propst Bernhard Backovsky und sagte für die nächsten drei Jahre dem Komitee zur Erhaltung des jüdischen Friedhofes jährlich einen Betrag von € 5.000 zu.

"Mit dieser Summe können wir jedes Jahr zumindest 10 Gräber renovieren", freut sich Martina Enzmann vom Komitee zur Erhaltung des jüdischen Friedhofes Klosterneuburg. Seit Jahren kämpft sie mit dem Verein in Zusammenarbeit mit der Israelitischen Kultusgemeinde um Mittel. "Die Stadt leistet ihren Beitrag, das Land Niederösterreich und zahlreiche KlosterneuburgerInnen. Und schon 2008 hat das Stift mit seinem Beitrag die Umzäunung des Friedhofes ermöglicht, die für einen jüdischen Friedhof notwendig ist."

Die Geschichte: Nach 1938 war die jüdische Gemeinde von Klosterneuburg - wie überall in Österreich - durch Vertreibung und Vernichtung ausgerottet worden. Im November 1938 brannte die Synagoge nieder, wurde in den 1990er Jahren verkauft und durch ein Wohnhaus ersetzt. Einzig der Friedhof blieb als letzte Spur der ehemals blühenden Gemeinde , wenn er auch durch Jahrzehnte dem Verfall preisgegeben war. Bis zur Gründung des Komitees zur Erhaltung des jüdischen Friedhofes mähte lediglich die Stadt Klosterneuburg zweimal im Jahr das Gras. Mit Renovierungsarbeiten, vor allem der Sicherung der Grabsteine, Abriss der ruinösen Zeremonienhalle und Ergänzung der Umzäunung, begann der Verein 2007.

Die aktuelle Hilfszusage des Stiftes erhält deswegen besondere Bedeutung, weil die Österreichische Bundesregierung erst seit kurzem bereit ist, die im Washingtoner Abkommen zur Erhaltung der jüdischen Friedhöfe eingegangene Verpflichtung zu erfüllen. Zumindest teilweise: Denn für die Erhaltung der Friedhöfe sind etwa 45 Millionen Euro notwendig. Laut Regierungszusage werden auf 20 Jahre jeweils eine Million zur Verfügung gestellt. LH Dr. Pröll sagte für die niederösterreichischen Friedhöfe eine Unterstützung von 25% der Kosten zu, sodass in Niederösterreich zumindest noch ein Viertel der Kosten von den Gemeinden oder durch Spenden aufgebracht werden müssen. "Dass das Stift Klosterneuburg sich als einer der ersten mit einer fixen Zusage daran beteiligt und mit gutem Beispiel vorangeht, mach uns Mut", stellte auch Mag. Fastenbauer vom Bundesverband der Israelitischen Kultusgemeinden fest. Eine offizielle Spendenübergabe der ersten Jahresrate wird durch Propst Bernhard Backovsky bei einem Besuch des jüdischen Friedhofs von Klosterneuburg gemeinsam mit Vertretern des Vereines, der jüdischen Glaubensgemeinschaft und der Stadt in einigen Wochen erfolgen.

Pressestelle: Dr. Peter Schubert, Stift Klosterneuburg

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